Enzymmangel als Ursache für Nahrungsmittelunverträglichkeiten und chronische Erkrankungen
Bild: Vije Vijendranath
Enzyme sind winzige Helfer im Körper, die viele lebenswichtige Prozesse am Laufen halten – von der Verdauung bis zur Energiegewinnung. In diesem Artikel erfährst du, wie sie dich bei der Verdauung unterstützen, warum ein Mangel zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und chronische Erkrankungen führen kann und wie du dem mit der entsprechenden Ernährung entgegenwirken kannst! Dafür gebe ich dir 5 Tipps an die Hand!
Inhalt
Welche Enzyme gibt es und welche Funktionen haben sie?
Natürliche Vorkommen: Worin sind welche Enzyme enthalten?
Die Rolle von Enzymen in Nahrung und Verdauung
Die Rolle von Enzymen bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronischen und Autoimmunerkrankungen
Möglichkeiten der Behandlung mit Enzymen
5 Tipps, wie du einem Mangel an Enzymen entgegenwirken kannst
Fazit
Welche Enzyme gibt es und welche Funktionen haben sie?
Enzyme haben als Biokatalysatoren komplexe Aufgaben im Körper. Fast alle Stoffwechselvorgänge werden erst durch Enzyme möglich – von der Verdauung von Nährstoffen bis hin zur Vervielfältigung der Erbinformation durch die DNA-Polymerase. Enzyme sind komplexe Proteinmoleküle, die sowohl in Nahrungsmitteln vorkommen als auch vom Körper gebildet werden, wie beispielsweise Verdauungsenzyme.
Enzyme wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Fermente bezeichnet. Dieser Begriff stammt aus dem lateinischen fermentum, was so viel wie Gärungsmittel oder Sauerteig bedeutet. Er wurde auch für verwandte Begriffe wie Fermentation und Fermenter verwendet, unter denen er auch heute noch verwendet wird. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde der heute gebräuchliche Begriff Enzym eingeführt. Dieses Wort leitet sich aus dem neoklassischen Griechischen ab, was eben auch der Bedeutung Sauerteig oder Hefe entspricht und damit die Funktion des Fermentierens beschreibt. Der Begriff setzte sich schließlich in der internationalen Wissenschaft durch.
Ohne Enzyme würden viele lebenswichtige Reaktionen nicht effizient ablaufen oder gar nicht stattfinden. Sie befinden sich in allen Zellen des Organismus und bewirken oder beschleunigen biochemische Reaktionen, ohne dabei ihre Molekülstruktur zu verändern. Viele biochemische Prozesse benötigen einiges an Energie, die der Körper so nicht zur Verfügung stellen kann. Daher werden die Enzyme benötigt, um die Aktivierungsenergie für die erforderliche Reaktion zu senken.
Jedes Enzym hat eine spezifische Aufgabe und bewirkt eine bestimmte Reaktion bei einem bestimmten Stoff (Substrat) oder ein und dieselbe Reaktion mit unterschiedlichen Stoffen. In manchen Fällen benötigen Enzyme Cofaktoren wie organische Moleküle (Vitamine) oder Metall-Ionen (Zink, Eisen, Kupfer), um reagieren zu können. Daher sind Mikronährstoffe so relevant für Enzyme.
Enzyme werden in sieben Klassen entsprechend der Art der Reaktion eingeteilt:
Oxidoreduktasen (Spaltung u.a. der Nahrung bei gleichzeitiger Energieabgabe)
Hydrolasen (Spaltung von Bindungen mittels Wasser)
Transferasen (Übertragung von Stoffen)
Ligasen (Aufbau neuer Verbindungen u.a. durch Zusammensetzung kleinerer Bausteine)
Lyasen (Spaltung oder Bildung chemischer Bindungen)
Isomerasen (Strukturveränderung der Moleküle)
Translokasen (Transport von Molekülen)
Enzyme stehen untereinander in Verbindung, arbeiten und kommunizieren miteinander. An einem ganzen Stoffwechselprozess sind viele verschiedene Enzyme und auch Gene beteiligt. Sie wirken zusammen in der Genwirkkette bzw. Enzymkaskade bis das entsprechende Produkt oder die entsprechende Wirkung erreicht wurde.
Oftmals brauchen Enzyme Unterstützung, um eine Reaktion auszuführen. In solchen Fällen ist ein sogenanntes Coenzym erforderlich, das die enzymatische Aktivität unterstützt und die Reaktion erst möglich macht.
Natürliche Vorkommen: Worin sind welche Enzyme enthalten?
Enzyme werden einerseits vom Körper selbst produziert oder durch die Nahrung aufgenommen.
Dabei werden Enzyme in Klassen aufgeteilt, je nach Reaktionsart:
Beispiele für unterschiedliche Enzyme und ihre Wirkung und Wirkungsort
Bei der Verdauung spielen Enzyme eine zentrale und unverzichtbare Rolle. Im folgenden wichtigsten Einflüsse von Enzymen auf den Verdauungsprozess:
1. Nährstoffe aufspalten: Verdauungsenzyme zerlegen die komplexen Moleküle in unserer Nahrung in kleinere, verwertbare Einheiten.
2. Nährstoffaufnahme ermöglichen: Durch die Aufspaltung werden die Nährstoffe erst für den Körper aufnehmbar und verwertbar. Zudem sorgen die Enzyme dafür, dass der Körper möglichst viele Nährstoffe aus der Nahrung gewinnen kann.
3. Verdauungsprozesses untertüzen: Enzyme sind in allen Bereichen des Verdauungstrakts aktiv, vom Mund bis zum Dickdarm, z.B.:
Ptyalin im Speichel beginnt die Kohlenhydratverdauung
Pepsin im Magen startet die Eiweißverdauung
Verschiedene Enzyme im Dünndarm setzen die Verdauung fort
4. Verdauungsorgane entlasten: Durch ihre spezifische Wirkung unterstützen Enzyme die Arbeit von Organen wie Gallenblase, Leber und Bauchspeicheldrüse.
5. Körperfunktionen unterstützen: Neben der Verdauung sind Enzyme auch an der Zellregeneration, Atmung, Übertragen von Reizen (Neurotransmitter) sowie der Entgiftung und der Unterstützung des Immunsystems beteiligt.
Die Rolle von Enzymen in Nahrung und Verdauung
Enzyme werden seit jeher vom Menschen eingesetzt, z.B. zur Fermentation von Lebensmitteln. Sie wirken in Sauerteigbrot, ebenso bei der Herstellung von Käse oder Sauerkraut.
Inzwischen finden in verschiedenen Industriezweigen breite Anwendung. In der Lebensmittelindustrie werden sie u.a. als zielgenaue biochemische Werkzeuge eingesetzt und an vielen Prozessen der Herstellung beteiligt, um z.B. Stärke zu modifizieren, Reifeprozesse zu steuern, Fette und Eiweiße zu optimieren oder für bestimmte Personen unverträgliche Stoffe aus Lebensmitteln zu entfernen, wie Milchzucker abbauen. Darüber hinaus sind Enzyme aufgrund ihrer spezifischen Bindungsstellen von großer Bedeutung für die Pharmaindustrie.
Wirkung in der Verdauung
Die Bereitstellung von Enzymen beginnt bereits, wenn wir an Essen denken oder etwas riechen, was uns sprichwörtlich das Wasser in den Mund treibt. Enzyme befinden sich u.a. im Speichel und sobald wir das Essen zerkauen, beginnen sie mit ihrer Arbeit und helfen beim Aufspalten.
Im Mund beginnt der Verdauungsprozess z.B. mit der α-Amylase, einem Enzym, das Polysaccharide in kleinere Zuckereinheiten spaltet. Nachdem die Nahrung in den Magen gelangt, übernehmen Pepsin und Kathepsin die Proteinhydrolyse, indem sie Proteine in kleinere Peptide zerlegen. Im Zwölffingerdarm wird die Verdauung durch die Einwirkung von Gallensäuren weitergeführt, welche die Emulgierung von Fetten unterstützen. Im Dickdarm erfolgt die weitere Spaltung von Kohlenhydraten durch Laktasen und von Fetten durch Darmlipasen. Für die Hydrolyse von Peptiden sind Dipeptidasen verantwortlich. Die exokrinen Zellen der Bauchspeicheldrüse produzieren eine Vielzahl von Verdauungsenzymen, wie Trypsin, Amylase oder Lipase, die essentiell für die effiziente Aufspaltung und Absorption der Nahrung sind. Ohne diese Enzyme wäre eine adäquate Nährstoffverwertung nicht möglich.
Quelle: Biomes
Beispiel Proteine
Bei der Verdauung von Proteinen sind mehrere Enzyme beteiligt, die in verschiedenen Abschnitten des Verdauungstrakts aktiv werden. Der Prozess beginnt im Magen mit Pepsin und wird im Dünndarm durch die anderen Enzyme fortgesetzt und vervollständigt: Pepsin im Magen, Carboxypeptidasen, Trypsin und Chymotrypsin in der Bauchspeicheldrüse (wird in den Dünndarm abgegeben), Aminopeptidasen sowie Dipeptidasen in der Dünndarmschleimhaut.
Diese Enzyme arbeiten zusammen, um Proteine schrittweise in die einzelnen Aminosäuren zu zerlegen.
Zudem wird wischen Verdauungsenzyme und Nahrungsenzymen unterschieden!
Während ersten vom menschlichen Körper in den verschiedenen Organen des Verdauungssystems produziert werden, kommen zweitere rohen, frischen und ungekochten Lebensmitteln vor. Sie stammen aus Getreiden, Früchten, Gemüse, Kräutern oder Salaten.
Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft erfüllen beide Enzymarten die gleiche grundlegende Funktion: Sie helfen bei der Verdauung der Nahrung, damit diese vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann. Es ist wichtig zu beachten, dass die moderne Ernährung oft arm an Nahrungsenzymen ist, da viele Lebensmittel gekocht oder verarbeitet werden. Denn bei Erhitzung auf über 42°C werden die Nahrungsenzyme größtenteils zerstört.
In der Folge muss der Körper verstärkt eigene Verdauungsenzyme produzieren, was energieaufwendig ist und das Verdauungssystem belasten kann.
Ohne Verdauungsenzyme kann der Körper die aufgenommene Nahrung nicht verwerten, was zu Mangelerscheinungen und Verdauungsproblemen führt. Eine ausreichende Enzymproduktion und -aktivität ist daher wesentlich für eine gesunde Verdauung und den gesamten Stoffwechsel.
Auch äußere Einflüsse wie Stress, Umweltgifte, Chemikalien in der Nahrung oder emotionale Herausforderungen bewirken, dass der Körper weniger Enzyme herstellen kann, als er eigentlich benötigt. Der häufige Verzehr von Lebensmitteln, die zu sauren Stoffwechselprodukten umgewandelt werden, wirkt sich ungünstig aus, da sich der pH-Wert im Körper in ein saures Milieu verschiebt, was die Wirksamkeit der Enzyme beeinträchtigt.
Zu wenig Enzyme wirken sich negativ auf den Körper aus. Ohne Verdauungsenzyme kann der Körper die aufgenommene Nahrung nicht verwerten, was zu Mangelerscheinungen und Verdauungsproblemen führt.
Die Rolle von Enzymen bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronischen und Autoimmunerkrankungen
Die schlechte Verdauung von Nahrungsbestandteilen führt zu typischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall. Weitere mögliche Symptome eines Enzymmangels können asymtomatische Beschwerden sein wie Asthmaanfälle, Fieber, Depressionen, Hyperaktivität, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Hautbeschwerden, Juckreiz, schlechte Wundheilung, Bluthochdruck, Blutzuckeranstieg, erhöhte Blutfettwerte und nichtalkoholische Fettleber. Die Symptome können in verschiedenen Kombinationen und meistens nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auftreten. Sie manifestieren sich oft als Nahrungsmittelunverträglichkeiten und können im weiteren Verlauf u.a. in allergischen Reaktionen, chronischen Infekten, chronischen Entzündungen der Gelenke sowie Autoimmunerkrankungen resultieren. Im folgenden sind ein paar typische Erkrankungsbilder aufgelistet:
Bei der Laktoseintoleranz produziert der Körper nicht ausreichende Mengen des Enzyms Laktase. In der Folge kann die Laktose im Dünndarm nicht zerlegt werden. Stattdessen gelangt sie fälschlicherweise in den Dickdarm, wo sie von Bakterien vergoren wird. Was u.a. zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall führt.
Auch Histaminintoleranz kann zu den Folgen einer Mangelerscheinung von Enzymen gezählt werden. Bei den Betroffenen ist das Enzym Diaminoxidase, das für den für den Abbau des immunreaktionauslösenden Botenstoffes Histamin nötig ist, in nicht ausreichender Menge vorhanden oder in seiner Funktion gestört. Daher reagieren betroffene Menschen mit typischen Unverträglichkeitssymptomen wie Kopfschmerzen, Juckreiz, Nesselsucht, Herzrasen usw.
Bei einer Fructosemalabsorption kann der Dünndarm die Fruktose nicht aufnehmen, das das Transportenzym GLUT-5 nicht ausreichend vorhanden ist, was zu Beschwerden wie Blähungen und Durchfall führt.
Wenn die Bauchspeicheldrüse bei Diabetes 2 nicht mehr genügend Insulin bereitstellen kann, wirkt sich diese Einschränkung der Funktionalität dieses Organs auch auf die Produktion der Verdauungsenzyme aus. D.h. auch hier lohnt sich ein Blick auf die Menge der vorhandenen Verdauungsenzyme Amylasen, Lipasen und Proteasen im Blut oder die Pankreaselastasen im Stuhl sowie Verdauungsrückstände.
Bei chronischen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen geht dem Ausbruch der Krankheit, neben anderen Faktoren, ein Enzymmangel voraus. Denn zum einen konnten die immunregulierenden Enzyme nicht eingreifen und wirken. Das Immunsystem strebt eine Immunhomoöstase an, um ein Gleichgewicht zwischen Antikörpern, Adhäsionsmolekülen und Zytokinen herzustellen.
Zum anderen wird die Verdauung durch eine nicht adäquate Ernährung gestört, insbesondere mit hoch verarbeiteten und wenig nährstoffreichen Lebensmitteln. Das wirkt sich negativ auf das im Darm befindliche Immunsystem aus. Es kommt zu überschießenden Reaktionen des Immunsystems, das sich u.a. gegen körpereigene Zellen richtet. Enzyme dämpfen diese Aktivität und unterstützen das Immunsystem, wenn es zu schwach ist.
Doch betrifft das nicht nur die Verdauung, wie das folgende Beispiel zeigt: Eine Kundin von mir hatte nach einem Infekt noch wochenlang Fieber, das durch schulmedizinische Behandlung nicht in den Griff zu bekommen war. Erst die Einnahme des in Ananas vorkommenden Enzyms Bromelain führte zu ihrer Genesung.
Möglichkeiten der Behandlung mit Enzymen
Anhand von Blut-, Atemgas- und Stuhlanalyse kann man den Mangel von Verdauungsenzymen feststellen und gezielt entgegenwirken. Je nach Befund gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Bspw. bei einer Störung der Produktion der Verdauungsenzyme in der Bauchspeicheldrüse kann die Gabe von Pankreasenzymen Abhilfe schaffen.
Enzyme können aber auch durch eine Ernährungsumstellung zugeführt werden. Zunächst sollten Patienten über einen gewissen Zeitraum ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch führen. Ein Blick auf die Ernährung gibt schon viel Aufschluss. Rohkost sollte täglich auf dem Speiseplan stehen und der Verzehr verarbeiteter Lebensmittel entsprechend reduziert werden.
Generell empfehle ich, die Ernährung auf selbst zubereitete Speisen aus frischen Lebensmitteln umzustellen.
Das lässt sich in der Praxis einfach handhaben. Neben einem kleinen frischen Salat vor dem Essen – nicht ohne Grund als Vorspeise gedacht – und ein bis zwei Stück frisches Obst am Tag, kann auch ein selbstgemachtes Müsli, bestehend aus Hafer- und Buchweizenflocken, geschroteten Leinsamen, Kürbiskernen, Hanfprotein sowie getrockneten Früchten allerhand Enzyme beisteuern.
Es kann ganz einfach gehen, täglich Enzyme über die Nahrung zu sich zu nehmen. Gemüsesticks zur Brotzeit oder als Snack zwischendurch oder aber selbst eingelegtes Gemüse, Sauerkraut oder Kimchi bringen zudem noch wertvolle Probiotika mit.
Hinweis: Da Enzyme Proteine sind, werden sie oft mit der aufgenommenen Nahrung bereits im Magen durch das eiweißspaltende Pepsin abgebaut. Denn proteinreiches Essen fördert die Pepsinbildung im Magen.
Wenn man frisches Obst, Salat und Gemüse zu sich nimmt, ohne weitere Zugabe von Proteinen, wird weniger Pepsin im Magen gebildet und mehr Enzyme kommen unbeschadet durch den Magen.
Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Fructosemalabsorption, Laktose- oder Histaminintoleranz kann man mit einer Ernährungsumstellung entgegenwirken, indem man eine Zeitlang auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, ggf. unter zusätzlicher Gabe von Enzymen.
Einige Enzyme, wie z.B. Bromelain aus der Ananas oder Papain aus der Papaya wirken entzündungshemmend, antimetastatisch, antioxidativ und antibakteriell. Ihr Fehlen kann ebenfalls zur Entwicklung einer chronischen oder Autoimmunerkrankung beitragen. Denn sie beschleunigen den natürlichen Ablauf der Immun- und Entzündungsreaktion. Auch die Verdauungsenzyme Trypsin und Chymotrypsin tragen dazu bei, Immunkomplexe einer Entzündung aufzulösen und die Schmerzen zu dämpfen. Meinen Kundinnen mit Autoimmunerkrankungen empfehle ich daher die zusätzlich die Einnahme entsprechender Enzyme.
Aber Achtung: Bestimmte Enzyme haben eine blutverdünnende Eigenschaft und können die Blutgerinnung beeinträchtigen. So baut das Enzym Bromelain Fibrin im Blut ab, um Ablagerungen an der Gefäßwand zu verhindern und die Fließfähigkeit des Blutes zu verbessern. Darum kann u.a. die Regel bei Frauen anders ausfallen. Auch vor einer OP muss das immer angesprochen und bei der Behandlung beachtet werden.
5 Tipps, wie du einem Mangel an Enzymen entgegenwirken kannst
Foto: Jasmin Schreiber
Ein Enzymmangel kann deinen Körper ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Zum Glück gibt es verschiedene Ansätze, um dem entgegenzuwirken – von einfachen Anpassungen in deiner Ernährung bis hin zu medizinischen Maßnahmen:
Deine Ernährung anpassen
Rohkost einbauen: Indem du mehr rohes Obst und Gemüse isst, nimmst du natürliche Enzyme auf, die deine Verdauung unterstützen. Diese sind vor allem in unverarbeiteten Lebensmitteln enthalten und können dir helfen, deine Enzymversorgung zu verbessern.
Verarbeitete Lebensmittel meiden: Viele Enzyme gehen beim Kochen und Verarbeiten von Lebensmitteln verloren. Frische, unverarbeitete Lebensmittel enthalten mehr natürliche Enzyme und sind daher eine bessere Wahl für dich.
Enzympräparate nutzen
Wenn du unter einem bestimmten Enzymmangel leidest, wie etwa bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, können Enzympräparate (zum Beispiel Pankreatin) dir helfen, die fehlenden Enzyme zu ersetzen und die Verdauung zu unterstützen.
Regelmäßige, kleine Mahlzeiten essen
Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag sind oft leichter verdaulich als große Portionen und reduzieren den Bedarf an Verdauungsenzymen. So kann dein Körper die Nährstoffe besser aufnehmen.
Auf ausreichende Wasserzufuhr achten
Viel trinken ist wichtig, um deine Verdauung in Schwung zu halten und die Nährstoffaufnahme zu fördern. Achte darauf, dass du täglich genug Flüssigkeit zu dir nimmst.
Medizinische Abklärung nicht vergessen
Wenn du den Verdacht hast, dass ein Enzymmangel vorliegen könnte, ist es sinnvoll, dies ärztlich abklären zu lassen. Tests können dir helfen, den spezifischen Mangel zu diagnostizieren und eine passende Behandlung zu finden.
Um einem Enzymmangel vorzubeugen oder ihn zu behandeln, ist es wichtig, deine Ernährung anzupassen, Enzympräparate in Betracht zu ziehen und bei Bedarf ärztliche Unterstützung zu suchen. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an unverarbeiteten Lebensmitteln ist, hilft dir, die Enzymproduktion und -funktion deines Körpers optimal zu unterstützen.
Fazit
Je weniger Enzyme in unserem Körper vorhanden sind, desto stärker wird der Körper in seiner Leistungsfähigkeit und den Stoffwechselprozessen gehemmt. Je mehr Enzyme wir haben, desto positiver wirkt sich das auf den gesamten Organismus - und damit das Wohlbefinden aus!
Deshalb ist es wichtig, dass man gerade in anstrengenden Lebensphasen Enzyme zu sich nimmt.
Enzyme bringen nicht nur Darmbakterien ins Gleichgewicht und fördern die gesunde Verdauung, sondern ermöglichen die Wirkung von Hormonen, stärken die Zellen, die Selbstheilungskräfte, die Abwehrkräfte und das Immunsystem.
Eine optimale Versorgung mit Enzymen trägt zur ganzheitlichen Heilung bei, weil der gesamte Organismus profitiert.
Ich stehe ich dir immer für Fragen zur Verfügung. Am einfachsten geht das in einem kurzen Telefonat, wo wir uns zusammen deine Situation ansehen. Ich schaue immer ganzheitlich, weil mich der Mensch als Ganzes interessiert!
Du kannst unter diesem Link einen Termin vereinbaren.
Hinweis: Den Artikel habe ich bereits so in weiten Teilen in der Fachzeitschrift AKOM – Magazin für Komplementärmedizin in der Septemberausgabe 2024 veröffentlicht.
Falls du mehr wissen möchtest, höre in meinen Podcast rein!
Quellen:
Edward Howell: Food Enzymes for Health & Longevity 3rd Ed: Revised and Enlarged, Avery Publishing 1985
Horn, F.: Biochemie des Menschen. Georg Thieme Verlag. 6. Auflage, 2015
Klinke, R. & Silbernagl, S.: Lehrbuch der Physiologie. Georg Thieme Verlag. 5. Auflage, 2005
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter De Gruyter Verlag. 262. Auflage, 2002
Brien, S. et.al.: Bromelain as a Treatment for Osteoarthritis: a Review of Clinical Studies. In: Evid Based Complement Alternat Med Band 1, Nummer 3, 2004, S. 251–257, abgerufen am 27.06.2024
Eva Rudolf-Müller: Enzyme. 2020, abgerufen am 27.06.2024
Lee-Kirsch M. et al.; RPA and Rad51 constitute a cell intrinsic mechanism to protect the cytosol from self DNA; Nature Communications, 2016, abgerufen am 27.06.2024
Heseker, H.: Die Bedeutung von Bewegung und Ernährung über die Lebensspanne – am Beispiel von älteren Menschen. 2019, abgerufen am 27.06.2024
Helbig, S.: Enzyme – Helden des Stoffwechsels. Paracelsus Magazin: Ausgabe 6/2020, abgerufen am 27.06.2024